icj
icj
icj icj icj icj
icj   icj
  icj  
icj


JAHRESBERICHT DES VORSTANDES FÜR DAS 15. GESCHÄFTSJAHR 2006

Der Vorstand traf sich im Berichtsjahr zu drei Sitzungen in Bern, am 22. Februar, 10. Mai und 27. No-vember 2006.

An der 15. Generalversammlung vom 17. Juni 2006 in Basel veränderte sich die Zusammensetzung des Vorstandes. Eliane Menghetti, Stephan Trechsel sowie Martin Philipp Wyss schieden aus. Neu zum Vor-stand stiess Marco Mona (Vizepräsident). Die Vorstandsmitglieder Samantha Besson (Vizepräsidentin), Christine Kaufmann, Bertil Cottier, Regula Kägi-Diener sowie Christoph Spenlé wurden für drei weitere Jahre gewählt. Die Vorstandsmitglieder Hans-Peter Gasser, Gret Haller (Präsidentin), Philippe Huber, Rainer J. Schweizer (Vizepräsident) befinden sich in der Amtsdauer 2004 - 2007.

Konzept für die künftige Arbeit der Sektion

Im Frühjahr 2006 hat der Vorstand beschlossen, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, welche ein Konzept für die künftige Arbeit der Sektion erarbeite, und zwar mit den Mitgliedern Gret Haller, Samantha Besson, Christoph A. Spenlé und Marco Mona. Im Verlaufe der Tätigkeit der Arbeitsgruppe fiel der Entscheid, dass die Präsidentin ab Herbst 2006 mehrheitlich in Frankfurt (Main) sein wird, was sich auf die Arbeits-weise des Vorstandes auswirkt.

Der Vorstand diskutierte und genehmigte am 28. Februar 2007 den Schlussbericht der Arbeitsgruppe; dieser und die Liste der personellen Besetzung der Ausschüsse stehen den Mitgliedern auf Begehren zur Verfügung.

Eine Anpassung der statutarischen Zielsetzung ist nicht notwendig, überhaupt sollen die Statuten nur minimal angepasst werden, die einzige Änderung betrifft die Aufhebung des Quorums für die Beschluss-fähigkeit der Vorstandssitzungen. Diese Anpassung ist nötig, damit rasche Entscheide getroffen werden können und die vielfältigen Verpflichtungen der Vorstandsmitglieder oft zu Lücken an den Sitzungen führen.

Eine wesentliche organisatorische Veränderung liegt in der Einführung der folgenden 10 Ressorts, die Ausschüssen von 2 - 4 Vorstandsmitgliedern anvertraut sind: Jahrestagung; Kurzveranstaltungen; Tri-partite Veranstaltungen deutsch; internationale Kontakte in anderen Sprachen; Veranstaltungen an Uni-versitäten; Stellungnahmen (Observatoire); Kontakt IJC Genf und andere MR-Org.; Preis ICJ-CH; Website. Die Ressortthemen beleuchten die Wahl der Schwerpunkte der künftigen Arbeit.

Besondere Erwähnung verdient die Idee der Ausschreibung eines jährlichen Preises für eine Publikation zu einem von der Sektion bezeichneten Thema. Ebenso die vorgesehene Publikationenreihe mit jährlichen Beiträgen zu Tagungsthemen, Sonderbänden, Materialen und, als erste Ausgabe, ein Compendium der Menschenrechte für Praktiker. Denkbar ist auch, dass einzelne Publikationen in elektronischer Fassung angeboten werden, evtl. auch mit der Option des „printing on demand“.

Veranstaltungen

Tagung vom 16./17.06.2006, Basel
Am 16. /17. Juni 2006 wurde am Europainstiut der Universität Basel eine gemeinsame Tagung der Schweizer Sektion und der Deutschen Sektion der Internationalen Juristen-Kommission in Zusammenar-beit mit dem Europainstitut der Universität Basel durchgeführt. Thema war „Die europäische Menschen-rechtskonvention und die nationale Grundrechtsordnung: Spannungen und gegenseitige Befruchtung“. Als Hauptreferenten wirkten Prof. Dr. Eckart Klein, Potsdam, Dr. Giusep Nay (Präsident des Schweize-rischen Bundesgerichtes, Lausanne), Prof. Dr. Luzius Wildhaber (Präsident des Europäischen Gerichts-hofes für Menschenrechte), Prof. Dr. Rainer J. Schweizer, St. Gallen sowie Prof. Dr. Christian Walter, München. Die Tagung war mit 49 Teilnehmenden gut besucht, und in der Neuen Zürcher Zeitung wurde eingehend darüber berichtet. Sowohl der Tagungsbericht als auch die NZZ-Berichterstattung stehen auf der Website der Sektion. Finanziell und organisatorisch wurde die Tagung unterstützt durch die Völker-rechtsdirektion des EDA, der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt leistete ebenfalls einen Beitrag.

Inhaltlich ergab sich, dass die Verfassungstraditionen der Schweiz und Deutschlands, zweier historisch und kulturell eng verbundener Nachbarn, in zentralen Punkten - namentlich der Frage der Geltung und Umsetzung des Völkerrechts auf Landesebene - weit entfernt zu sein scheinen. Wo liegen die Unter-schiede, wo die Gemeinsamkeiten? Wer hat jeweils das letzte Wort, wenn nationales und internationales Recht kollidieren? Welche Erfahrungen lassen sich vom jeweils anderen übernehmen? Diesen Fragen ging die genannte gemeinsame Tagung nach. Ausgewiesene Expertinnen und Experten aus Wissen-schaft und Lehre, Praktiker aus Justiz- und Verwaltungsbehörden sowie weitere Akteure der Zivilgesell-schaft aus dem deutschsprachigen Raum gelang es, zusammen zu führen, um sich über diese brisante und aktuelle Thematik auszutauschen.

Tagung vom 12. Oktober 2006, Lugano
La première rencontre des sections suisse et italienne de la Commission internationale des juristes s’est déroulée à Lugano, le 12 octobre 2006. Centrée sur l‘indépendance et d‘impartialité des juges, cette mani-festation a réuni près de quatre-vingt juges, procureurs et avocats des deux pays. Le matin, le profes-seur M. Borghi de l’Université de Fribourg et le juge milanais A. Mambriani ont traité des modes de nomi-nation des juges, alors que le conseiller aux Etats D. Marty et le procureur italien A. Spataro ont abordé la problématique des pressions de l’exécutif sur la justice. L’après-midi, une table ronde, à laquelle partici-paient M. de Salvia, ancien jurisconsulte de la Cour européenne des droits de l’Homme, V. Lonzano, as-sistante du rapporteur spécial des Nations Unies sur l’indépendance des juges et Ph. Dayle, conseiller juridique de la CIJ, a fait le point sur les obligations internationales en la matière. La journée se conclut par l’adoption d’une résolution commune qui souligne notamment « qu’il importe de garantir l’indépendance des juges et des magistrats du ministère public, par des mesures appropriées de façon à ce qu’ils soient protégés contre toutes pressions extérieures (...), y inclus celles qui se traduisent par des réductions budgétaires ou des considérations d’efficacité, pouvant mettre en danger leur autonomie, gage d’une justice équitable ».

Mobilisierung von Studierenden / Veranstaltungen an Universitäten

Der Vorstand möchte an seiner Absicht festhalten, mit Veranstaltungen an allen Rechtsfakultäten der Schweiz Studierende zu mobilisieren. Leider war es im Berichtsjahr nicht möglich, eine weitere Veran-staltung im geplanten Rahmen durchzuführen, was vor allem auf die belastete Agenda des ICJ-General-sekretariats zurückzuführen ist.

Stellungnahmen

Seit 2005 ist die Schweizer Sektion der Internationalen Juristenkommission Mitglied der Schweizerischen Koalition für den Internationalen Strafgerichtshof, deren Geschäfte durch die Vereinigung TRIAL (Schweizerische Gesellschaft für Völkerstrafrecht) geführt werden. Als locker strukturierte internatio-nale Nicht-Regierungsorganisation setzt sich TRIAL weltweit im Kampf gegen die impunity ein.

Im vergangenen Jahr hat sich unsere Sektion an zwei Vorstössen beteiligt. Einerseits hat sie die Eingabe der Koalition an das EDA und das EJPD unterstützt, welche den Bundesrat einlädt, das Abkommen mit dem Internationalen Strafgerichtshof über den Opfer- und Zeugenschutz rasch möglichst zu ratifizieren. Anderseits hat sie den offenen Brief der Koalition an die Bundesräte Calmy-Rey und Blocher mit unter-schrieben, der die Ratifikation des im Rahmen der UNO abgeschlossenen Internationalen Übereinkom-mens über den Schutz aller Personen gegen das Verschwindenlassen verlangt.

Erscheinungsbild der Sektion

Die Sektion ist nun in ihrem grafischen Auftritt einheitlich; derselbe Rahmen soll auch bei den vorgesehe-nen Publikationen benutzt werden. Mit demselben Layout ist im Berichtsjahr ein Faltblatt erstellt worden zur Information über die SCJ allgemein und unsere Sektion

Die Website der Sektion wurde am 19. Februar des Berichtsjahrs aufgeschaltet und zwar dreisprachig, wobei die aufgenommenen Dokumente in der Regel nur in der Originalsprache erscheinen, mit Hinweisen in allen drei Sprachen. Die Betreuung und Aufdatierung der Website wird durch Frau Regula Wild Kaya mit gewohnter Zuverlässigkeit gewährleistet.

Sekretariat

Im Berichtsjahr wurde das Sekretariat von Frau Regula Wild Kaya in der Anwaltskanzlei Hälg & Kägi-Diener, St. Gallen geführt. Die Kontakte verliefen problemlos und zur Zufriedenheit des Vorstandes.

Im Jahre 2006 traten der Vereinigung 23 neue Mitglieder bei, gleichzeitig verlor sie 18 Mitglieder, zum Teil altershalber, zum Teil infolge Todesfalles oder aus persönlichen Gründen. Ende Jahr belief sich der Mit-gliederbestand auf 143.

St. Gallen, im Mai 2007

>> Link PDF Dokument

icj    
icj
icj
 
icj